Wenn Steine erzählen
Das Wort »Kotten« geht auf den Begriff »Hütte« zurück. Im Bergischen wurden nur solche Hütten als Kotten bezeichnet, die zugleich als Werkstatt dienten, insbesondere als Schleifwerkstatt. Zur Hochzeit gab es alleine an der Wupper ca. 25 Kotten auf Solinger Stadtgebiet. Spannende Besonderheiten der Solinger Industriegeschichte stellen die genossenschaftlich organisierte Arbeitsweise und der gemeinschaftliche Besitz dar. Ab ca. 1900 wurden die niedrigen, licht- und luftarmen Fachwerkkotten durch hohe und geräumige Ziegelbauten - wie den Obenrüdener Kotten - ersetzt. Die hohen Decken und die großen Fensterflächen erleichterten den Schleifern die Arbeit und ermöglichen uns heute ein unvergleichliches Wohnerlebnis.
-
1739
Am Standort "Blaumühle" wurde im Jahr 1739 ein Fachwerkkotten errichtet, in dem Solinger Schneidwaren geschliffen, poliert und gepließt wurden.
-
1906
Nach einem Brand im Jahr 1906 wurde der Kotten als Backsteinbau in der heutigen Form von einer Kooperative selbständiger Handwerker wieder aufgebaut. Damals arbeiteten fast 100 Menschen an den Schleif- und Pließtscheiben. Bis in die 60er Jahre wurde die Energie für ein Wassermühlrad aus der Wupper gewonnen.
-
1976
wurde die inzwischen privatisierte Schleiferei an diesem Standort aufgegeben.
-
1993
Nach fast zwanzigjährigem Leerstand arbeiten wir seit 1993 daran, den Kotten als Denkmal der Solinger Industriegeschichte, aber auch als Wohnhaus und als Kultur- und Freizeitstätte zu erhalten.
-
1997
Für die Renovierung erhielten wir 1997 den Denkmalschutzpreis des Bergischen Geschichtsvereins.
-
2011
Inzwischen ist der Kotten ein beliebtes und bekanntes Ferien- und Ausflugsziel.